Shimano Fahrprofile lassen sich nicht exportieren: Welche Sicherungsmöglichkeiten bestehen?

Lesedauer: 6 Min
Aktualisiert: 16. Oktober 2026 00:46
Transparenz: Bei der Erstellung dieses Beitrags kam generative KI zum Einsatz.

Fehlt in der Shimano-App eine Exportfunktion, lässt sich ein Fahrprofil nicht automatisch als Sicherungsdatei auf dem Smartphone ablegen. Die verlässlichste Ersatzlösung ist eine vollständige Dokumentation aller sichtbaren Profilwerte mit Screenshots und eindeutiger Zuordnung zum Fahrrad. Vor einem Update, einer Werkseinstellung oder einem Komponententausch solltest du außerdem klären, ob die Einstellungen im E-Bike-System erhalten bleiben. Bei Akkuauffälligkeiten, Verbindungsabbrüchen während eines Updates oder unklarer Systemkompatibilität ist der Shimano-Fachbetrieb der sichere nächste Schritt.

Warum Speichern und Exportieren nicht dasselbe sind

Bei einem kompatiblen Shimano-E-Bike werden veränderte Fahrprofile über E-Tube Project Cyclist an das verbundene System übertragen. Dass sich ein Profil nach dem Trennen der App weiter nutzen lässt, bedeutet jedoch nicht, dass eine unabhängig wiederherstellbare Kopie auf dem Telefon vorhanden ist.

Für eine echte Sicherung wären eine exportierbare Datei, eine ausdrücklich dokumentierte Cloud-Synchronisierung oder eine Wiederherstellungsfunktion erforderlich. Ist keine solche Funktion in deiner App-Version sichtbar und in der zugehörigen Shimano-Hilfe beschrieben, solltest du nicht von einem automatischen Backup ausgehen. Eine erneute Anmeldung am selben Konto oder die Neuinstallation der App garantiert dann keine Wiederherstellung der individuell gesetzten Werte.

Welche Profiloptionen verfügbar sind, hängt unter anderem vom Antriebssystem, der verbauten Komponentenkombination und der Softwareversion ab. Einstellungen eines Fahrrads dürfen daher nicht ungeprüft als passendes Profil für ein anderes Shimano-System betrachtet werden.

Die belastbaren Sicherungsmöglichkeiten im Vergleich

Screenshots sämtlicher Profilseiten

Screenshots sind die unmittelbar nutzbare Sicherung, wenn E-Tube Project Cyclist keinen Dateiexport anbietet. Öffne jedes verwendete Fahrprofil und erfasse alle Seiten, auf denen veränderbare Werte oder Auswahloptionen erscheinen. Ein einzelnes Bild der Profilübersicht reicht nicht, wenn Detailwerte erst nach dem Öffnen einer Unterstützungsstufe sichtbar werden.

Ordne die Bilder anschließend eindeutig zu. Sinnvolle Angaben im Dateinamen oder in einem begleitenden Vermerk sind Fahrrad, Shimano-System, Profilname und Aufnahmedatum. Dadurch vermeidest du, später Werte verschiedener Räder oder Systemstände miteinander zu vermischen.

Werte zusätzlich als Text notieren

Eine Textnotiz ergänzt die Bilder sinnvoll, weil sie sich durchsuchen und leichter mit späteren Einstellungen vergleichen lässt. Notiere ausschließlich Bezeichnungen und Werte, die in deiner App tatsächlich angezeigt werden. Shimano kann je nach System unterschiedliche Einstellmöglichkeiten bereitstellen; allgemeine Standardwerte eignen sich deshalb nicht als Ersatz.

Anleitung
1System identifizieren: Erfasse Fahrradmodell, Antriebseinheit und die verwendete App-Version. Die Fahrradmarke allein genügt nicht zur Bestimmung des Shimano-Systems.
2Verbindung stabil herstellen: Verbinde nur das richtige Fahrrad mit E-Tube Project Cyclist. Beginne kein Update parallel zur Dokumentation und achte auf einen ausreichend….
3Alle Profile einzeln öffnen: Fotografiere nicht nur die Auswahlliste, sondern jede Seite mit veränderbaren Einstellungen. Prüfe nach jedem Screenshot, ob Bezeichnungen un….
4Zuordnung festhalten: Lege eine Notiz mit Systembezeichnung, Profilnamen, Datum und sämtlichen angezeigten Werten an.
5Sicherung kontrollieren: Öffne die Bilder außerhalb der Shimano-App und gleiche die Notiz noch einmal mit den sichtbaren Einstellungen ab. Erst wenn jede Profilseite abge….

  • Fahrradbezeichnung und eindeutig erkennbare System- oder Komponentenbezeichnung
  • Name des Fahrprofils
  • jede angezeigte Unterstützungsstufe
  • alle pro Stufe sichtbaren Einstellwerte und Auswahloptionen
  • App-Version sowie Datum der Dokumentation
  • Anlass der Sicherung, etwa geplanter Service oder Smartphonewechsel

Speichere Screenshots und Textnotiz außerhalb eines ausschließlich lokalen App-Speichers, beispielsweise in deiner üblichen Gerätesicherung. Das ist kein Shimano-Profilimport, schützt die Dokumentation aber vor dem Verlust des Smartphones oder einer App-Neuinstallation.

Dokumentation durch den Fachbetrieb

Vor dem Austausch einer Antriebskomponente oder vor Arbeiten, bei denen Einstellungen zurückgesetzt werden könnten, kann ein autorisierter Shimano-Fachbetrieb den Systemzustand prüfen. Frage ausdrücklich, ob die individuellen Fahrprofilwerte erhalten bleiben und ob die verwendete Servicediagnose eine geeignete Dokumentation ermöglicht. Ein allgemeiner Diagnosebericht ist nur dann als Profilsicherung brauchbar, wenn die benötigten Einstellwerte darin tatsächlich aufgeführt sind.

Eine Sicherung in sinnvoller Reihenfolge anlegen

  1. System identifizieren: Erfasse Fahrradmodell, Antriebseinheit und die verwendete App-Version. Die Fahrradmarke allein genügt nicht zur Bestimmung des Shimano-Systems.
  2. Verbindung stabil herstellen: Verbinde nur das richtige Fahrrad mit E-Tube Project Cyclist. Beginne kein Update parallel zur Dokumentation und achte auf einen ausreichenden Ladezustand von E-Bike und Smartphone.
  3. Alle Profile einzeln öffnen: Fotografiere nicht nur die Auswahlliste, sondern jede Seite mit veränderbaren Einstellungen. Prüfe nach jedem Screenshot, ob Bezeichnungen und Werte vollständig lesbar sind.
  4. Zuordnung festhalten: Lege eine Notiz mit Systembezeichnung, Profilnamen, Datum und sämtlichen angezeigten Werten an.
  5. Sicherung kontrollieren: Öffne die Bilder außerhalb der Shimano-App und gleiche die Notiz noch einmal mit den sichtbaren Einstellungen ab. Erst wenn jede Profilseite abgedeckt ist, eignet sich die Dokumentation zum späteren Nachbauen.

Diese Methode erzeugt keine importierbare Konfigurationsdatei. Sie gibt dir aber eine prüfbare Vorlage, mit der du verlorene Einstellungen manuell wieder eintragen kannst, sofern das Shimano-System dieselben Optionen weiterhin anbietet.

Was vor Update, Zurücksetzen oder Smartphonewechsel zu beachten ist

Ein Smartphonewechsel betrifft zunächst die App und ihre lokalen Daten, während die wirksame Konfiguration am E-Bike je nach System separat gespeichert sein kann. Daraus folgt jedoch keine Garantie, dass sämtliche App-Zuordnungen, Namen oder Profilinformationen auf dem neuen Telefon erscheinen. Prüfe die Werte am verbundenen Fahrrad und verlasse dich nicht allein darauf, dass dasselbe Benutzerkonto verwendet wird.

Vor einer Werkseinstellung oder einem Serviceeingriff ist eine externe Dokumentation besonders wichtig. Starte das Zurücksetzen nicht, um lediglich zu testen, ob eine Sicherung existiert. Ist eine Änderung bereits erfolgt, verbinde das Fahrrad kontrolliert mit der App und prüfe zunächst, welche Profile und Werte noch angezeigt werden. Überschreibe nichts vorschnell mit vermeintlichen Standardwerten.

Bei einem App- oder Firmwareupdate sollte die Verbindung stabil bleiben und der jeweilige Updatevorgang vollständig abgeschlossen werden. Ein Exportproblem wird durch ein Update nicht zwangsläufig behoben. Bricht die Aktualisierung ab oder wird das Fahrrad danach nicht mehr richtig erkannt, sind wiederholte Resetversuche ohne systemspezifische Anleitung ungeeignet.

So prüfst du, ob eine Exportmöglichkeit für dein System vorgesehen ist

Kontrolliere zuerst den exakten Namen und die Version von E-Tube Project Cyclist in den App-Informationen. Suche anschließend in der zur Version passenden Shimano-Hilfe nach den Bereichen zur Anpassung der Fahrunterstützung, zu Fahrprofilen sowie zur Sicherung oder Wiederherstellung von Einstellungen. Maßgeblich ist die Kombination aus App-Version, Antriebseinheit und kompatiblen Komponenten, nicht nur der Aufdruck Shimano STEPS.

Ein Teilen-Symbol, das lediglich einen Screenshot oder allgemeine Aktivitätsdaten weitergibt, ist nicht automatisch ein Profil-Export. Eine brauchbare Exportfunktion muss erkennen lassen, dass die eigentlichen Einstellwerte gesichert und später wieder eingelesen werden können. Fehlt diese Beschreibung, bleibt die manuelle Dokumentation die belastbare Variante.

Grenzen der manuellen Wiederherstellung

Dokumentierte Werte lassen sich nur dann vollständig nachbauen, wenn dieselben Einstellfelder weiterhin verfügbar sind. Nach einem Komponentenwechsel, einer geänderten Systemkonfiguration oder einer Softwareänderung können Auswahlmöglichkeiten anders ausfallen. Übertrage in diesem Fall keine ähnlich klingenden Werte blind, sondern lasse die Kompatibilität anhand der Shimano-Systemdaten prüfen.

Eine Sicherung der Fahrprofile ersetzt außerdem keine Systemdiagnose. Ungewöhnlich schwache Unterstützung, Fehleranzeigen oder abrupte Leistungsänderungen sollten nicht durch immer neue Profilwerte kaschiert werden. Tritt ein solches Verhalten unabhängig vom gewählten Profil auf, gehört das E-Bike zur Prüfung in einen Fachbetrieb. Für die reine Profilsicherung gilt dagegen: vollständige Screenshots, eine lesbare Werteliste und eine eindeutige Systemzuordnung sind die verlässlichsten Möglichkeiten, solange kein ausdrücklich unterstützter Export vorhanden ist.

Checkliste
  • Fahrradbezeichnung und eindeutig erkennbare System- oder Komponentenbezeichnung
  • Name des Fahrprofils
  • jede angezeigte Unterstützungsstufe
  • alle pro Stufe sichtbaren Einstellwerte und Auswahloptionen
  • App-Version sowie Datum der Dokumentation
  • Anlass der Sicherung, etwa geplanter Service oder Smartphonewechsel

Unsere Redaktion

Hinter ebike-hilfe.de stehen Menschen, die technische E-Bike-Themen verständlich und alltagstauglich aufbereiten. Unser Ziel sind klare Erklärungen, nachvollziehbare Prüfwege und Hinweise, die wirklich weiterhelfen.

Jana Holsten aus der Redaktion von ebike-hilfe.de

Jana Holsten

Jana bereitet technische Zusammenhänge so auf, dass sie auch ohne Werkstattwissen verständlich bleiben. Ihr Schwerpunkt liegt auf sorgfältiger Recherche, klaren Abläufen und hilfreichen Erklärungen rund um E-Bike-Akkus, Displays und Apps.

Lukas Voglsammer mit einem E-Bike

Lukas Voglsammer

Lukas betrachtet E-Bike-Probleme aus der Perspektive des täglichen Fahrens. Er beschäftigt sich besonders mit Reichweite, Motorunterstützung, Fahreinstellungen und typischen Störungen, die unterwegs auftreten können.

Matthias Werner bei Arbeiten an einem E-Bike

Matthias Werner

Matthias konzentriert sich auf die praktische Fehlersuche am E-Bike. In seinen Beiträgen geht es um Sensoren, Antrieb, Steckverbindungen und die Frage, welche Kontrollen selbst möglich sind und wann eine Fachwerkstatt übernehmen sollte.

Schreibe einen Kommentar